mittagspause bei gericht
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prolog
in meiner mittagspause signalisierte mir mein privates telefon, dass jemand meine stimme hören wollte. neugierig wie ich bin konnte ich dank reverssuche den anrufer herausfinden: amtsgericht ida oberstein. in verdrängung sämtlicher anklagegründe rief ich den anrufer zurück, in der hoffnung, er wolle immer noch meine stimme hören.
telefonat
beamter-xy: ja [nuschelt irgendwas von wegen essen, soll später kommen; geschätztes alter: 50+], mein rechner fährt erst wieder um dreizehndreissig hoch.
moi: guten tag, sie hatten versucht mich anzurfen.
beamter-xy: ja kann sein, ich hab aber jetzt mittagspause.
moi: schön.
beamter-xy: ja und ich bin auch nicht im büro und das essen steht auf dem tisch.
moi: [haben die jetzt funktelefone oder rufumleitung aufs handy bei gericht???] sie wollten mich sprechen. was ist der grund.
beamter-xy: rufen sie um 13 uhr dreissig wieder an. ich habe jetzt mittagspause. [bestimmender tonfall]
moi: [den tonfall kann ich über] hören sie, sie riefen bei mir auf meinem privatanschluss an. ich habe jetzt auch mittagspause. entweder wir regeln das jetzt fix oder sie versuchen mich noch mal später zu erreichen, wenn sie und ich wieder arbeiten. und sie werden mich dann nicht mehr erreichen.
beamter-xy: ach sie haben jetzt mittagspause? wie war ihr name noch mal?
moi: grimm
beamter-xy: sagt mir nix. wann habe ich sie angerufen?
moi: ca. oder auch exakt um 11:14 uhr.
beamter-xy: wo? hmmm? ach da wollt ich mit herrn xyz telefonieren und die telefon-cd sagte, sie wohnen bei ihm im haus. kennen sie den?
moi: nö, der wohnt hier garantiert nicht.
beamter-xy: wohnen sie nicht in hausnummer 83?
moi: die hausnummer gibts hier in der strasse nicht.
beamter-xy: dann ist die telefon-cd falsch.
moi: naja, wird wohl so sein. schönen tag dann noch.
ich möchte nur mal wissen, gar nicht erst erleben, was passiert, wenn ich so mit einem kunden sprechen würde.